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KfW-FörderungenMehr Zuschüsse für energiesparende Sanierung

Wenn die Heizkosten in Häuser und Wohnungen sinken sollen, müssen oft dicke Dämmplatten und moderne Fenster mit Dreifachverglasung angebracht werden. So eine Sanierung kostet Geld, oft sogar sehr viel Geld. Jetzt gibt es dafür mehr Hilfen vom Staat, konkret von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW.

Die Zuschüsse steigen und das auch für jüngere Häuser. Die KfW hat ihre Förderprogramme ausgeweitet, die Heizen und Warmwasserversorgung in Häusern und Wohnungen verbilligen und auch auf regenerative Energien umstellen sollen. Ulrich Schröder, der Vorstandsvorsitzende der Bank, hatte sich das für das Jahr 2015 vorgenommen: „Wo wir pushen, ist, wenn wir einen ganz spezifischen Förderauftrag haben, also Energieeffizienz. Da haben wir natürlich das Ziel, möglichst viel Energieeffizienz zu erreichen und dementsprechend auch Kittel rauszulegen.“

Nun ist es so weit. Der Kreditrahmen wird weiter und die Tilgung leichter – das seien die wichtigsten Neuerungen im KfW-Programm, berichtet Beate Barczyk, Energiereferentin der Verbraucherzentale Hessen: „Ja, man kann sagen: Bei den zinsgünstigen Krediten gibt es zum einen die Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus. Und da erhöht sich der Kreditbetrag von bisher 75.000 Euro auf maximal 100.000 Euro. Das ist eine deutliche Steigerung zu vorher. Auch werden die Tilgungszuschüsse erhöht. Also bisher lagen sie bei maximal 22,5 Prozent und sind jetzt auf 27,5 Prozent erhöht worden, was ja natürlich auch eine deutliche Steigerung ist.“

Auch jüngere Gebäude förderfähig

Das sind Maximalbeträge. Sie gelten für den höchsten Standard, also für Immobilien, die auf das Niveau „KfW-Effizienzhaus 55″ gebracht werden. Dabei ist eine Komplettsanierung gefordert, von der Fassadendämmung über neue Fenster, modernste Heiztechnik und eine Solaranlage auf dem Dach. Dafür gibt es einen Kredit von der KfW, der über die Hausbank beantragt werden muss, von nunmehr höchstens 100.000 Euro. Und zusätzlich übernimmt die KfW nunmehr bis zu 27,5 Prozent der Tilgung.

Weitere Neuerung: Auch jüngere Gebäude werden förderfähig. Nun kann mit Hilfe der KfW auch saniert werden bei Immobilien, für die der Bauantrag vor dem 01. Februar 2002 gestellt wurde. Bisher lag die Grenze rund sieben Jahre früher.

Mehr geholfen wird auch denjenigen, die nicht alles erneuern, sondern nur einzelne Vorhaben umsetzen wollen, also sich etwa auf neue Fenster beschränken wollen. Dafür gibt es Investitionszuschüsse von nunmehr 30 statt bisher 25 Prozent der Investitionssumme. Mehr als 30.000 Euro pro Wohneinheit können es aber nicht werden. Und dann muss auch der höchste Effizienzstandard erreicht sein. Wer sich mit einer geringeren Norm begnügt, kann auch nur mit 15 statt bisher zehn Prozent der Investitionskosten als Zuschuss rechnen. Und es können dann auch nicht mehr als 15.000 Euro werden.

Gutachten vom Energieberater

Die Regeln sind nicht immer auf den ersten Blick durchschaubar. Beate Barczyk von der Verbraucherzentrale Hessen empfiehlt deshalb auch, vorab wenigstens zu einer Initialberatung in die Verbraucherzentralen zu kommen: „Da gibt es kostengünstige Beratungen für die Verbraucher, sozusagen als Initialberatung. Es gibt da unter anderem Energiechecks, wo schon für kleines Geld dem Verbraucher eine gute Energieberatung gegeben wird. Wenn man dann natürlich detaillierte Energieberatung haben möchte, ist es natürlich sinnvoll, eine Vor-Ort-Energieberatung durchzuführen. Da wird genau analysiert. Und Maßnahmen vorgeschlagen, die der Verbraucher für sein Objekt machen sollte. Und auch ein gewisser Fahrplan dafür, quasi in welcher Reihenfolge auch saniert werden soll. Das ist ja auch wichtig.“

Eine halbstündige Beratung kostet fünf Euro. Kommen die Berater ans Objekt und beantworten dort detailliertere Fragen zu Heiztechnik oder Dachdämmung, können es auch 45 Euro werden. Die KfW verlangt überdies, dass ein Energieberater das Vorhaben begutachtet und beratend begleitet.

Quelle: Von Michael Braun, Deutschlandfunk 03.08.2015

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